Städte in Europa müssen grüner werden – das hat die EU im Jahr 2024 gesetzlich festgehalten. Das Nature Restoration Law sieht vor, dass urbane Natur bis 2030 nicht weniger werden darf und danach mehr werden muss. Die Realität sieht anders aus: Stadtbäume leiden unter Stress durch Trockenheit, Befall und Platzmangel.
Wenn wir als Menschen eine lebenswerte Zukunft in den Städten haben wollen, müssen wir umdenken und die Stadt vom Baum her denken. Dieses Toolkit trägt Konzepte, Materialien und Strategien zusammen, wie der Wandel gelingen kann. Unser Case: Darmstadt. Unsere Stakeholder: Bürger*innen, Unternehmen und das Public Management. Unsere Auftrageber:
Darmstadts Stadtbäume. 🌳🌳📣
Wird es Mitte des Jahrhunderts noch möglich sein, ein gutes Leben in Darmstadt zu führen? Bereits in der kurzen Hitzewelle in Europa zwischen dem 23. Juni und 2. Juli 2025 hat sich die Anzahl der Hitzetoten durch den Klimawandel verdreifacht. So lassen sich etwa in Frankfurt am Main 21 zusätzliche Todesfälle für diesen Zeitraum auf den Klimawandel zurückführen. Darmstadt liegt bei den Klimaraumtypen Deutschlands in der wärmsten Region und wird in Zukunft noch mehr von Hitze und städtischen Wärmeinseleffekten betroffen sein.
Um die Folgen des Klimawandels im städtischen Raum zu mildern, aber auch mit Blick auf andere planetare Grenzen wie dem Verlust biologischer Vielfalt kommen grün-blauer Infrastruktur und dabei insbesondere auch Stadtbäume wichtige Funktionen zu. Stadtbäume spenden Schatten und können durch Verdunstungskälte an ihren Blättern die Umgebungstemperatur erheblich senken. Bei Untersuchungen in Sydney hat man unter Straßenbäumen einen Temperaturunterschied zur Umgebung von rund 4°C gemessen (Sharmin et al., 2023). Als Lebensraum sind sie nicht weniger wichtig: Bereits ein kleiner Baum mit nur 80 Quadratmetern Kronenfläche hat ein Volumen von ungefähr 300 Kubikmetern. Sollte dies durch eine Grünfläche ersetzt werden, müsste diese bereits 300 Quadratmeter, also fast viermal so groß sein (Natur & Garten, 5/24), Der Wert gerade größerer und älterer Stadtbäume kann daher kaum überschätzt werden, zumal es in Zeiten des Klimawandels zunehmend schwierig wird, Bäume dieser Qualität neu zu pflanzen und dies selbst im Erfolgsfalle Jahrzehnte in Anspruch nimmt. Gleichzeitig sieht der Alltag sowohl städtischer Entwicklungsvorhaben als auch des privaten Umgangs mit Stadtgrün häufig ganz anders aus Auch die EU hat den Wert von Stadtbäumen erkannt und daher in der EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur festgelegt, dass im Vergleich zum Referenzjahr 2024 bis zum Jahr 2030 die Fläche der städtischen Baumüberschirmung erhalten bleiben und danach zunehmen muss. Wie dies in Deutschland umgesetzt wird, wird noch erarbeitet.
Mit diesem Projekt fragen wir danach, was in Darmstadt konkret getan werden kann, um bestehende Stadtbäume zu erhalten und deren Bestand zu vergrößern. Dabei entwickeln die Studierenden aus dem Studiengang „Onlinekommunikation“ niederschwellige Ansprache- und Umsetzungskonzepte für verschiedene Zielgruppen, die das Engagement für mehr Stadtnatur und damit ein lebenswertes und klimaangepasstes Darmstadt erleichtern sollen. Unsere Zielgruppe sind Bürger*innen, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Akteure der Stadt. Unsere Auftraggeber sind die Stadtbäume.
Sollten Bäume eigene Rechte bekommen und diese als juristische Personen vertreten dürfen? Mit dieser revolutionären Idee machte der US-amerikanische Jurist Christopher Stone im Jahr 1972 Schule (Stone, 1972). In einem Fachbeitrag erörterte er die Frage, warum das Recht nicht-natürliche Personen wie etwa Unternehmen zulässt, während ökologische Entitäten wie Wälder, Flüsse oder Bäume indirekt durch Umweltaktivisten vertreten werden müssen. Wie sähe eine Welt aus, in der die Natur als Rechtssubjekt ihre Stimme erheben könnte? In der ein Fluss gegen das Unternehmen vor Gericht zieht, das seine Chemikalien in das Gewässer leitet?
Der französische Philosoph Bruno Latour hat diese Idee ausgeweitet und gefordert, natürliche Akteure auch in politische Prozesse einzubinden (Latour, 1998). In den klimapolitischen Diskursen der letzten Jahre, haben Konzepte wie das Parlament der Dinge eine größere Dringlichkeit bekommen: Wie lässt sich die Klimakrise lösen, wenn die Natur nur den Status einer passiven Verhandlungsmasse hat, die geschützt oder ausgebeutet werden mag – in politischen Prozessen aber letztlich keine aktive Rolle spielt?
städtische Bäume in Darmstadt1
Im Jahr 2008 hat der Staat Ecuador als erster ein Gesetz eingeführt, nach dem die Natur als aktive Klägerin vor Gericht agieren kann. Aber auch Projekte an der Schnittstelle zwischen Kunst, Politik und Gesellschaft haben die Idee aufgegriffen: Etwas die Embassy of the North Sea oder das Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt des Künstlers Ben Wagin, in dem Bäume zu Akteuren der Erinnerungskultur werden. Auch in Darmstadt gab es schon ein Parlament der Bäume, in dem Schauspieler*innen des Staatstheaters Bäumen ihre Stimme geliehen haben
Mit dem Parlament der Stadtbäume knüpfen wir an diese Ideen an und fokussieren sie auf die von der EU formulierten Ziele für 2023. Gemeinsam mit Studierenden des Studiengangs OnKomm der Hochschule Darmstadt geben wir praktische Impulse für Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen.
Latour, B. (2009). Das Parlament der Dinge. Für eine politische Ökologie. Suhrkamp | Insel.
Sharmin, M., Tjoelker, M., Pfautsch, S., Esperon-Rodriguez, M., Rymer, P., Power, S. (2023): Tree Traits and Microclimatic Conditions Determine Cooling Benefits of Urban Trees. Atmosphere. 14. 1:19. 10.3390/atmos14030606
Natur & Garten (Nr. 5/2024): Stadtbäume – Biodiversität und Klima. S. 8. URL.
1 Quelle: https://www.darmstadt.de/leben/umwelt/im-gruenen/baeume
Alina Pekdemir, Anna-Maria Nagel, Celin Kohlmüller, Lena Mühling, Nawid Amiri, Maren Löbig
Ob mit Balkon, Garten oder einfach nur dem Wunsch, etwas Gutes zu tun, jede*r kann einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. In wenigen Schritten findest du hier heraus, was zu dir passt: Hast du eine Fläche, die du begrünen kannst? Wie viel möchtest du investieren – Zeit, Kreativität oder auch ein wenig Geld? Selbst ohne eigenes Grün kannst du aktiv werden, zum Beispiel für Stadtbäume in Darmstadt. Unsere Leitfäden zeigen dir, wie du dich ganz konkret für ein grüneres Darmstadt engagieren kannst. Finde jetzt deinen passenden Leitfaden!
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Mach deinen Garten zu einem Ort, der dich und deine Stadt atmen lässt! Hier erfährst du, wie du mit einfachen Mitteln einen Garten gestalten kannst, der nicht nur schön aussieht, sondern auch einen wertvollen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leistet. Dabei zeigen wir dir, wie du deinen Außenbereich in einen lebendigen Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze verwandelst, egal ob du viel oder wenig Budget zur Verfügung hast. Wusstest du, dass Darmstadt ein Förderprogramm zur Finanzierung der Pflanzung neuer Bäume anbietet? Doch welche Baumarten werden gefördert und worauf musst du achten? Das und viele weitere Tipps bekommst du hier!
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Du glaubst, dein Balkon ist zu klein, um einen Unterschied zu machen? Hier zeigen wir dir, wie du mit einfachen Mitteln und unabhängig vom Budget deinen Balkon in eine grüne Wohlfühloase verwandelst, die dir nicht nur guttut, sondern sogar dem Stadtklima hilft. Du lernst, welche Pflanzen wohin passen und wie du selbst auf wenigen Quadratmetern Gemüse, Kräuter und Wildblumen gedeihen lassen kannst. Ganz egal, ob du nur ein altes Marmeladenglas oder ein ganzes Set Designkübel zur Verfügung hast, du findest hier Tipps für jedes Budget!
Du hast keinen eigenen Garten oder Balkon und möchtest trotzdem etwas bewirken? Hier erfährst du, warum Stadtbäume weit mehr sind als nur hübsches Beiwerk am Straßenrand. Sie wirken wie natürliche Klimaanlagen, kühlen im Sommer die aufgeheizten Straßen um bis zu 20 Grad Celsius und verbessern durch ihre Fähigkeit, Schadstoffe zu filtern und Sauerstoff zu produzieren, spürbar die Luftqualität. Stadtbäume sind besonders in Hitzeperioden auf unsere Unterstützung angewiesen. Indem du sie regelmäßig gießt, trägst du nachhaltig zu ihrem Bestehen bei. Welche Vorteile die Bäume in deiner Stadt für dich haben, erfährst du hier!
Ann-Sophie Arheilger, Magdalena Dankic, Sonja Wilhelm, Nicole Schmid, Matthias Dadt
Kinder und ältere Menschen sind besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels, insbesondere für Hitzeperioden, wie sie in Städten wie Darmstadt immer häufiger auftreten. Gleichzeitig verbringen sie viel Zeit in öffentlichen Einrichtungen wie Kitas und Seniorenheimen. Für beide Gruppen ist ein grünes, naturnahes Umfeld nicht nur ein Schutz vor Hitze, sondern bietet auch zahlreiche Möglichkeiten zur Beschäftigung, zum Lernen und für soziale Begegnungen.
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Mit unseren Leitfäden möchten wir gezielt Kitas und Seniorenheime unterstützen, grüne Oasen zu schaffen, die das Wohlbefinden steigern und aktiv zum Klimaschutz beitragen. Die Leitfäden dienen der Aufklärung, Sensibilisierung und Motivation zum Mitmachen egal ob es um kleine Begrünungsprojekte, gemeinsames Gärtnern oder das Erleben von Natur im Alltag geht.
So fördern wir gemeinsam ein gesünderes, lebenswerteres und klimafreundlicheres Darmstadt – für die Jüngsten und die Ältesten unserer Stadt.
Lena Jaeckel, Lena Knirsch, Monja Dehmelt, Louisa Marie Bibo
Grünflächen sind ein wichtiger Teil der Stadtgestaltung. Wer Fassaden, Dächer oder Außenbereiche begrünt, trägt aktiv zum Klimaschutz bei. Als Unternehmer*in können Sie so Räume schaffen, die das Wohlergehen Ihrer Mitarbeitenden und das Arbeitsklima begünstigen.
Begrünung liegt im Trend und das aus gutem Grund:
Grüne Dächer, bepflanzte Fassaden oder kleine grüne Oasen auf dem Firmengelände machen nicht nur optisch etwas her, sondern tun auch der Umwelt gut. Sie verbessern das Klima, schaffen Lebensräume für Insekten und sorgen ganz nebenbei für ein angenehmeres Arbeitsumfeld.
Kurz gesagt: Wer begrünt, gewinnt – ökologisch und auch fürs Image.
Mit unserer Website wollen wir Unternehmen zeigen, wie einfach der Einstieg in mehr Nachhaltigkeit sein kann. Wir stellen verschiedene Begrünungspakete vor: von der schnellen Lösung für kleine Flächen bis zum Rundum-sorglos-Paket für echte Green Champions. Die Infos sind verständlich aufbereitet, praxisnah und direkt umsetzbar.
Unser Ziel: Begrünung greifbar machen – für alle, die mehr Natur ins Unternehmen bringen wollen.
Auf dieser Seite erfahren Sie:
Wanessa Gawlik, Yasmina El Aallali, Olivia Schork, Moritz Schiemann, Anna Martin
Um Darmstadts Bäume besser kennenzulernen haben wir zwei Baumwanderungen für Groß und Klein entwickelt. Die Routen werden sowohl den interessierten Natursympathiker, als auch die naturinteressierte Familie, näher an Darmstadts älteste Bürger heranführen: Die Bäume.
Entdeckt durch malerische Wege, spielerische Zwischenstopps, Steckbriefe und Informationen, eine interaktive Karte und das ein oder andere Gespräch (!) mit den Bäumen selbst, darüber wie lange diese schon Bürger der Stadt Darmstadt sind und welche Erfahrungen, Erlebnisse und Wünsche sie mit euch teilen möchten.
Wir wollen den Stadtbäumen Gehör verschaffen und so ein Bewusstsein über die Besonderheiten und Schwierigkeiten von Stadtbäumen schaffen.
Projekt
Das Parlament der Stadtbäume ist ein Projekt der Studiengänge Onlinekommunikation und Public Management der Hochschule Darmstadt in Kooperation mit dem BUND Darmstadt und dem BUND Zentrum für Stadtnatur.
Projektleitung:
Niko Martin (BUND)
Dominik Gager (h_da)
Sebastian Pranz (h_da)
Projektadresse:
Prof. Dr. Sebastian Pranz
Professur für Technologie-Entwicklung in der Onlinekommunikation. h_da